Legion of the Damned - Cult Of The Dead
Was die Presse zu Cult Of The Dead sagt...
Slam Magazine - 11/2008
Mit vorliegendem Mach(t)werk könnte es den Holländern nun tatsächlich gelingen, den im Albumtitel beschworenen Kult um ihre Band nachhaltig zu begründen – falls das nicht ohnehin schon längst passiert ist. Verdient hätten es Fronter Maurice Swinkles und seine „verdammte“ Band allemal, denn an der gar nicht so selten frequentierten ’Crossroad’ zwischen traditionellem Thrash und hochmodernem Metal-Sound stehen LEGION OF THE DAMNED momentan mutterseelenallein da, wie Ralph Macchio im gleichnamigen Film vor seinem Gitarrenduell mit Steve Vai. Der Unterschied zu Ralph: Maurice & Co. haben ihre Seele schon längst mit einem breiten Grinser dem Leibhaftigen verschachert. Umso befreiter können sie auf „Cult Of The Damned“ offenbar nun aufspielen. Niemand – ich wiederhole: niemand – bekommt es aktuell so perfekt gebacken, messerscharfes Thrash-Riffing mit einem dermaßen mörderischen Groove und einem beängstigend wuchtigen, transparenten Sound zu verschmelzen. Damit es hier keine Missverständnisse gibt: LOTD sind von ihrer Anlage her durch und durch ’old school’, ihre musikalische Geisteshaltung ganz tief in den Achtzigern verwurzelt. Das unterscheidet sie maßgeblich von den meisten der momentan herumgeisternden Retorten-Trashern, die angesichts der perfiden Gefährlichkeit von „Cult Of The Dead“ ihre eigenen Silikonprodukte wohl ganz schnell beschämt in ihrem Allerwertesten verstecken werden wollen. Trotzdem machen LOTD nicht den Fehler, die Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre auf dem Soundsektor zu negieren, und hieven ihr akkurates Thrash-Inferno mithilfe einer in Andy Classens Stage One-Studio zurechtgezimmerten Hammer-Produktion mühelos in die Neuzeit. Düster funkelnde, Ehrfurcht gebietende Endorphinfabrikanten, wie „Pray And Suffer“, „House Of Possession“, „Enslaver Of Souls“ oder/und vor allem der Titelsong, bilden auf diesem überwältigenden Manifest unheilvollen, mitreißenden Metals eher die Regel denn die Ausnahme. Das hier ist die neue Referenzklasse im Thrash und ein Album, an dem man als passionierter Metalfan nicht vorbeikommen wird – nicht in diesem Jahr und wahrscheinlich auch nicht in den folgenden.Christoph Komjati
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